Favoriten setzen sich in Schwetzingen durch

Deutsche Mannschaftsmeisterschaften der Landesverbände U18/U21

Fast schon gegen Ende des Sportjahres geben sich, bereits zum 6. Mal in der Schwetzinger Nordstadthalle, die besten deutschen Judokas der Jahrgänge U18/U21 aus den Landesbänden die Klinke in die Hand, um sich in diesem einzigartigen  Wettkampf ihre Kräfte zu messen. Einzigartig deshalb, weil es einen Zusammenschluß dieser Altersklassen in einer und derselben Meisterschaft eben nur einmal gibt. Statt, wie im Judo üblich, mit sieben Kämpfern, besteht der Wettkampf aus dreizehn Athleten, sieben aus der U18 und sechs aus der U21, jeweils im weiblichen und männlichem Bereich.

Schwetzingens Oberbürgermeister Dr. Renè Pöltl begrüßte am Morgen höchst persönlich über 200 Judokas aus den Landesverbänden Deutschlands im Namen der Stadt Schwetzingen.

Um es vorweg zu sagen, auf den vier Matten wurde hervorragender Sport gezeigt, mit allen Facetten, die Judo so unvergleichlich macht. Kampf, Einsatzwille, Technik, Taktik und ganz wichtig Fairness. Hier gibt es keine Überreaktionen gegen Unparteiische und Gegner, es wird nicht allerorten ausgespuckt und wild gestikuliert, die Trainer rennen teilweise nicht, wie von Taranteln gestochen durch die Gegner und das Publikum ist sachkundig und applaudiert Siegern ebenso wie Unterlegenen. Sportsgeist eben.

Vor Beginn der Wettkämpfe waren sich die Judoexperten einig, daß die Favoriten wohl aus den gleichen Lagern kommen, wie in den Vorjahren. Bei den Männern wurden Nordrhein-Westfalen und Bayern zuerst genannt, daneben noch Württemberg und Sachsen, bei den Frauen Bayern, NRW und Württemberg. Baden, in beiden Kategorien im letzten Jahr noch auf guten dritten Plätzen, wurden höchstens Außenseiterchancen eingeräumt. Dies sollte sich im Laufe des Tages auch bewahrheiten. Badens junge Damen, trotz herausragenden Leistungsträgerinnen wie U21 Weltmeisterin Sappho Coban (Karlsruhe), der U18 EM Dritten Mona Frühauf (Heidelberg), der Deutschen U21 Meisterin Selina Dietzer (Mosbach) und der U18 WM Fünften Patrycia Szekely (Freiburg) qualitativ unterbesetzt, belegten nach vier deutlichen Niederlagen nur den letzten Platz. Während dessen sicherte sich die Vertretung Bayerns, ausgestattet mit einem schier unerschöpflichem Reservoir an Talenten, in einem hochklassigen und dramatischen Fight gegen NRW mit einem 6:5 Sieg den Titel. Platz zwei ging an Württemberg, noch vor NRW.

Bei den Männern lief es fast ähnlich. Badens Vertretung, mit den Mannheimern Pascal Bruckmann und Sidney Mai und Wayan de Vries aus Heidelberg, lieferte einen passablen Wettkampf ab, allerdings war mehr als Platz sieben nicht realisierbar. Auch hier standen nach den Vorrunden die Halbfinalpaarungen fest. NRW gegen Württemberg und die zuvor bärenstarken Hamburger gegen Bayern. In einem tollen Gefecht besiegte NRW die Württemberger knapp mit 7:6, während Bayern gegen Hamburg, das mit seinen Kräften am Ende schien, mit 8:4 brillierte. Im Finale zeigte dann NRW den Bayern die Grenzen auf und gewann unerwartet deutlich mit 7:3 die Titelkämpfe.

Nach den sportlichen Auseinandersetzungen zeigten sich nicht nur die Verantwortlichen und die vielen Zuschauer hoch zufrieden, mit dem, was sie gerade gesehen hatten. Auch der Chef des gastgebenden 1. BC Schwetzingen, Jürgen Pfau, zeigte sich trotz des riesigen Aufwandes zufrieden: “das war Judo auf höchstem Niveau, wirklich Klasse. Klasse war auch meine komplette Mannschaft, die das ganze hier gestemmt hat und der ich nur Dank sagen kann.“

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